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"Warum ist es am Rhein so schön ?" - Zum Leben am, auf und mit einem Fluss

Das auf drei Semester angelegte Projektseminar beschäftigte sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Rhein: Neben der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Wahrnehmungen und Darstellungen des Rheins, sei es als Nationalsymbol, Kunst- und Kulturlandschaft oder gar als Weltkulturerbe, mit der Rheinromantik und dem Rheintourismus, ging es vor allem um den Rhein als Lebensraum. Die Frage nach der ästhetischen Dimension ("Warum ist es am Rhein so schön?") diente hierbei als rhetorischer Aufhänger, offenbart sich in ihr doch deutlich der Konstruktcharakter kulturräumlicher Betrachtungsweisen.

Das Leben an, mit und auf einem Fluss unterliegt spezifischen Bedingungen. Das Themenspektrum reichte von Politik, Geschichte und Wirtschaft bis zu Fragen der Ökologie und des Landschaftsschutzes. Zwei Regionen galt dabei unser besonderes Interesse: dem Oberrhein und dem Mittelrhein. Bei ersterer ging es vor allem um Fragen des grenzüberschreitenden Zusammenlebens, bei letzterer drängten sich vor allem Aspekte des Verhältnisses von Folklorismus und touristischer Vermarktung einer Region in den Vordergrund. Im ersten Teil des Projektseminars (WS 2004/2005) wurden die theoretischen Voraussetzungen des Seminars erarbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Auseinandersetzung mit dem Raumbegriff wie auch mit verschiedenen Ort- und Raumkonzeptionen, Fragen der Regionalforschung sowie Landschaftskonstruktionen. Methodisch wurde versucht, anhand der Erstellung „kognitiver Karten“ sich dem Rhein als diskursiv vermittelten Raum zu nähern.

Teil II des Projektseminars (SS 2005) fokussierte den Nahraum Oberrhein. Arbeitsgruppen setzten sich mit einzelnen Aspekten wie z.B. Naturraum-Kulturraum, Freizeit und Tourismus, Schiffahrt, Grenzraum Regio-Tri-Rhena, Nation, Denkmal, Mythos auseinander. Bedingungen und Möglichkeiten kultureller bzw. regionaler Identitätsbildung wurden eruiert und sowohl im Kontext von Heimat wie auch vor dem Hintergrund globaler Prozesse diskutiert. Tagesexkursionen in die nähere Umgebung wie den Baseler Hafen, in die „Petite Camargue“ bei Basel und zum Pamina Rheinpark bei Rastatt boten Einblicke vor Ort. Parallel hierzu wurde in den Arbeitsgruppen die Mehrtagesexkursion zum Mittelrhein vorbereitet, bei der auch selbständig Material erhoben werden sollte mittels Interviews, Film- und Fotodokumentation.

Der dritte und letzte Teil des Projektseminars (WS 2005/06) konzentriert sich nun auf Auswertung und Präsentation der Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen. Gemeinsam mit dem Proseminar "Annäherungen" wurde ein Konzept für eine Ausstellung im UNISEUM entwickelt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse des Projektseminars mithilfe verschiedener Medien wie Begleitheft, CD und Film dokumentiert. In ihnen spiegeln sich nicht nur die unterschiedlichen methodischen Zugänge der Arbeitsgruppen wieder, sondern eröffnen den Studierenden auch die Möglichkeit auf vielfältige Art und Weise ihr Material zu präsentieren.

Projektleitung: Dr. Sabine Zinn-Thomas - (WS 2004/2005 bis WS 2005/2006)

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