M.A. Masterstudiengang Europäische Ethnologie
Informationen für das Studium Masterstudiengang Europäische Ethnologie
Das Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie hat zu diesem Wintersemester 2010/2011 den forschungsorientierten Masterstudiengang Europäische Ethnologie eingeführt.
Der Masterstudiengang Europäische Ethnologie soll nicht nur die Möglichkeit für Bachelor-AbsolventInnen des Instituts für Volkskunde bieten, das Studium der Europäischen Ethnologie in Freiburg fortzusetzen. Er richtet sich insbesondere auch an Bachelor-AbsolventInnen anderer Universitäten und auch an AbsolventInnen benachbarter kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen.
Gegenstand und Ziele des Masterstudiengangs „Europäische Ethnologie"
Gegenstand des forschungsorientierten Masterstudiengangs „Europäische Ethnologie" sind kulturelle Phänomene und Prozesse, Alltagspraxen und Lebenswelten in modernen, komplexen europäischen Gesellschaften. Dabei wird Europa nicht etwa als geographisch eindeutig begrenzbarer - oder gar abgrenzbarer - Raum, sondern als historischer, empirischer und kognitiver Rahmen verstanden und meint die mit dem Konstrukt „Europa" verbundenen Ideen, Bilder, Erfahrungen, Wahrnehmungen und Deutungen.
Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, problem- und praxisorientiert, theoriegeleitet und methodisch versiert eigenständig wissenschaftlich tätig zu sein. Dazu werden Kompetenzen zur Analyse und Interpretation kultureller Prozesse und Ordnungen moderner Gesellschaften Europas erworben und fachspezifische Kenntnisse, Methoden und Perspektiven für inner- und außeruniversitäre Berufsfelder vertieft. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das empirische Studienprojekt, bei dem die Studierenden anhand einer von ihnen selbst gewählten gesellschaftsrelevanten Fragestellung exemplarisch und selbständig wissenschaftlich arbeiten und ihre Ergebnisse anschließend präsentieren.
Inhalt und Aufbau des Masterstudienganges
Im Fach „Europäische Ethnologie" sind die im Folgenden genannten Module zu belegen (V = Vorlesung; S = Seminar; K = Kolloquium; P = Pflicht; WP = Wahlpflicht):
Forschungs- und Problemfelder der Europäischen Ethnologie (20 ECTS-Punkte)
In diesem Modul vertiefen die Studierenden ihren Kenntnisstand über die Forschungs- und Problemfelder des Faches und verschaffen sich durch selbständige Lektüre einen Überblick über die Breite der hierzu publizierten Arbeiten im nationalen wie internationalen Kontext. Darüber hinaus setzen sie sich kritisch mit Fallstudien kultur- und sozialwissenschaftlicher Europaforschung auseinander und erweitern ihre Kenntnisse über Methoden und Forschungspraktiken. Zudem erwerben sie am Beispiel einer europäischen Großregion detailliertes ethnographisches Wissen und beschäftigen sich intensiv mit Fragestellungen, Zugängen und Perspektiven regionaler Kulturanalyse.
Kulturanthropologische und interdisziplinäre theoretische Ansätze (10 ECTS-Punkte)
Dieses Modul bietet einen Überblick über zentrale Ansätze im Wissenschaftsdiskurs. Dabei eignen sich die Studierenden die wichtigsten theoretischen Ansätze sowohl der Kulturanthropologie als auch benachbarter Disziplinen an und lernen, diese kritisch zu reflektieren und - im Hinblick auf die eigene Forschungspraxis - transdisziplinär zu nutzen.
Ausgewählte Theorie- und Praxisfelder der Europäischen Ethnologie (20 ECTS-Punkte)
In diesem Modul vertiefen die Studierenden ihre Kenntnis von Theorien und Konzepten der Europäischen Ethnologie anhand ausgewählter Themen. Auf der Basis aktueller Debatten werden Fragen von Europäisierung und von glokalen Transformationsprozessen kritisch reflektiert und herausgearbeitet. Die Studierenden entwickeln dabei die Fähigkeit, selbständig und in Kleingruppen soziokulturelle Probleme der (Spät-)Moderne zu erfassen, zu analysieren und Lösungsansätze zu diskutieren. In diesem Zusammenhang erfolgt eine fachthematische Schwerpunktsetzung: Entweder können sich die Studierenden auf die Produktion und Rezeption medialer, vor allem visueller Vermittlungsformen und -formate spezialisieren, oder sie erweitern ihr Wissen in Bezug auf Kulturkontakte und -konflikte und erarbeiten sich Methoden der hierfür notwendigen Mediation.
Eine der beiden Wahlpflichtveranstaltungen (WP) muss belegt werden.
Forschungsqualifizierende Praxis (22 ECTS-Punkte)
In diesem Modul erwerben die Studierenden grundlegende Forschungserfahrungen. Zunächst wählen sie ihren jeweiligen thematischen Schwerpunkt aus und erarbeiten sich den bisherigen Forschungsstand, um dann durch die Verknüpfung von theoretischen und methodischen Überlegungen ihre spezifische Fragestellung zu entwerfen und die Vorgehensweise sowie das methodische Instrumentarium festzulegen.
Im Rahmen eines Studienaufenthalts, der üblicherweise im europäischen Ausland absolviert wird, setzen die Studierenden ihre Forschungsprojekte um und erheben die erforderlichen Daten und Materialien vor Ort.
Im Forschungskolloquium werden die analysierten und interpretierten Daten und Materialien präsentiert. Die Veranstaltung soll aber auch ein Forum bieten, die unterschiedlichen Schwierigkeiten zu diskutieren, die im Schreibprozess, bei der Aufbereitung und der Darstellung von Ergebnissen auftreten können.
Das Masterkolloquium begleitet die Entstehung der Masterarbeiten und die Vorbereitung auf die mündliche Abschlussprüfung.
Forschungsorientiertes Studienprojekt:
Es ist in Absprache mit dem bzw. der für die Koordination der Studienprojekte zuständigen Fachvertreter/in ein Studienprojekt zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Die Anerkennung des Studienprojektes setzt voraus, dass es von dem zuständigen Fachvertreter bzw. der zuständigen Fachvertreterin vorab genehmigt wurde und die bzw. der Studierende einen wissenschaftlichen Projektbericht in schriftlicher Form vorlegt.
Berufsqualifizierende Praxis (6 ECTS-Punkte)
In diesem Modul werden bisher im Studium erworbene Kenntnisse und Kompetenzen in berufsnahen Aufgabenfeldern angewandt und vertieft. Dies dient der persönlichen Orientierung hinsichtlich der späteren Berufsfindung und trägt zur individuellen Qualifizierung und Profilierung bei. Der Auswahl der entsprechenden Wahlpflichtveranstaltung gehen beratende Gespräche mit einer Fachvertreterin/ einem Fachvertreter voraus.
Eine der drei Wahlpflichtveranstaltungen (WP) muss belegt werden.
Praktische Tätigkeit
Während der vorlesungsfreien Zeit sind praktische Tätigkeiten im Umfang von insgesamt vier Wochen bei privaten oder öffentlichen Einrichtungen, die in einem für das Fach Europäische Ethnologie relevanten Bereich tätig sind, abzuleisten.
Die Anerkennung der praktischen Tätigkeit setzt voraus, dass die bzw. der Studierende nachweist, dass sie bzw. er in der betreffenden Einrichtung aktiv mitgearbeitet hat, und einen schriftlichen Bericht über ihre bzw. seine Tätigkeit vorlegt.
Mitwirkung bei einer Lehrveranstaltung/Durchführung einer Lehrveranstaltung
Ein Teil der praktischen Tätigkeiten kann auch durch die Mitwirkung bei bzw. durch die selbstständige Abhaltung einer Lehrveranstaltung vereinbart werden.
Die bzw. der Studierende vereinbart mit dem zuständigen Fachvertreter bzw. der zuständigen Fachvertreterin, bei welcher Lehrveranstaltung sie bzw. er mitwirkt bzw. welche Lehrveranstaltung sie bzw. er durchführt und welche Leistungen sie bzw. er hierbei erbringt.
Sprachkompetenz (12 ECTS-Punkte)
In diesem Modul erwerben die Studierenden in der Regel die für die Planung und Durchführung des Studienprojekts notwendigen Sprachkompetenzen. Nach erfolgreichem Lehrveranstaltungsbesuch sollen Sprachkenntnisse auf dem Stand A2/B1 erworben worden sein.
Erwerb von Kenntnissen in einer oder mehreren studiengangrelevanten Fremdsprache/n im Umfang von insgesamt 12 ECTS-Punkten.
Die für den Spracherwerb erforderlichen Lehrveranstaltungsbesuche und/oder andere Lernformen werden von dem zuständigen Fachvertreter bzw. der zuständigen Fachvertreterin zu Beginn des Studiums für jeden Studierenden bzw. jede Studierende aufgrund seiner bzw. ihrer spezifischen Sprachkenntnisse festgelegt.
Studienvoraussetzungen
Zum M.A.-Studiengang „Europäische Ethnologie" kann nur zugelassen werden, wer ein mindestens dreijähriges Studium in den Fächern Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft, Volkskunde, Sozial- oder Kulturanthropologie, Vergleichende Kulturwissenschaft, Ethnologie oder einer sonst dem Studiengang benachbarten kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplin an einer deutschen oder ausländischen wissenschaftlichen Hochschule absolviert und mit überdurchschnittlichem Erfolg abgeschlossen hat.
Bewerber/innen müssen über sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Darüber hinaus müssen sie Englischkenntnisse (Niveau B 2 des Europäischen Referenzrahmens) nachweisen.
Das Studium im Fach "Europäische Ethnologie" ist modular aufgebaut. Unter einem Modul ist eine inhaltlich/thematisch zusammenhängende Lehr- und Lerneinheit zu verstehen, die sich aus Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen zusammensetzt. Die im Fach "Europäische Ethnologie" zu belegenden Module sind unter 5.2. im Einzelnen dargestellt.
Informationen zum Studien
Informationen und Angaben zur Bewerbung
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte den Fachkoordinator:
Dr. Florian von Dobeneck
mail: florian.dobeneck@eu-ethno.uni-freiburg.de
fon: 0761/20397623
